Jun 05

Das wir ein neues Auto kaufen wollen, ist ja bekannt.

Sowas will reiflich überlegt sein. Aufgrund der Investition. Aufgrund der Anforderungen. Habe ich ja alles schon geschrieben. Das Opel bei uns unten durch ist ebenfalls.

Es konzentriert(e) sich also alles auf Skoda.

Dort kam es letzten Samstag zur Probefahrt, die wiederum die Begeisterung für unser Wunschauto noch steigerte.

Grenzwertig wurde es erst, als es zu einem ersten “Verkaufsgespräch” kam.

Der Verkäufer – ich nenne jetzt mal bewusst weder Namen noch Autohaus – nahm unsere Daten und Zusatzausstattungen auf und präsentierte uns ein “Angebot”.

So.

Nicht nur, dass sich die Preise bei Skoda offenbar seit der Aushändigung der Preisliste Wochen zuvor erhöht hatten, nein, von dem uns angebotenen Rabatt konnte man wirklich als solchem reden.

Wo ist da die Krise in der Automobil-Branche?

Des Weiteren eröffnete er uns, dass wir ohnehin “8-9, aber eher 10 Monate” auf unser Auto warten müssten.

Fast ein Jahr auf ein bestelltes Auto warten??

Achso. Und der zweite Hammer: Die Inzahlungnahme unseres Alt-Autos reduziert sich dann natürlich auch um den Betrag, den unser Auto bei Auslieferung noch wert wäre (in einem Jahr!).

Ich war so fassungslos, dass ich gar nicht reagieren konnte.

Meine Frau gewann diese als erste zurück und schob unsere eigene Diskussion in Punkto Autokauf erneut an.

Mal ganz im Ernst:

Soll das ein Witz sein, Skoda?

Nein. Soll es nicht, denn wie sich später herausstellte, haben auch andere Händler dieses Problem, teilweise wurden uns sogar direkt mal 13 Monate Lieferzeit genannt.

Woran das liegt?

Der gewählte Motor (fraglos einer der besten in der Palette in der Mischung Leistung, Verbrauch und CO2-Ausstoß) wird für die gesammte Gruppe, also VW, Audi, Seat und Skoda produziert und findet sich nicht nur im Octavia, sondern auch im Passat und im Golf wieder.

Pech könnte man jetzt sagen. Für den Kunden. Aber kann man so agieren, wenn man auf Kunden angewiesen ist und Autos verkaufen will?

Dieser Skoda-Händler scheint so zu denken.

Denn mehr als ein lapidares “das ist halt so” kam ihm nicht über die Lippen. Und eine Nachfrage per E-Mail brachte nur weitere Standard-Angebote zu Tage, die noch viel weniger attraktiv für uns waren.

Da war keine Alternative, keine Vision, kein Verkäufertum. Nix.

So nach dem Motto: “Friss oder stirb”.

“Sterben” wird auch was. Nämlich die Aussicht, dass wir bei diesem Skoda-Händler unser Geld investieren. Inzwischen haben wir nämlich einen anderen Skoda-Händler gefunden, der – aufgrund ausgewiesener Cleverness – dazu in der Lage ist, uns den gewünschten Wagen schon im August vor die Tür zu stellen!

Im August. Übernächsten Monat.

Wie ist das möglich?

Nun. Man (der Skoda-Händler ist Teil einer größeren Kette) hat als Hoffnung auf die Zukunft, einfach mal Anfang des Jahres mehrere Autos bestellt (ohne sichere Käufer zu haben – oh mein Gott – was für ein Risiko) und diese bis auf eins alle verkauft bekommen.

Die Frist hat sogar noch gereicht, dass wir diesen, schon bestellten Wagen noch exakt auf unsere Wünsche umkonfigurieren konnten.

So gewinnt man Kunden (und damit, dass man der Frau beim Gespräch mal einen Kaffee anbietet oder sie am Telefon bei Nachfrage zunächst nicht nicht ernst nimmt und den Mann sprechen will oder einfach so ernsthaft die Schuldfrage der Lieferverzögerung diskutiert!)!

Und selbst wenn das jetzt alles nur Geschichten waren, die uns da erzählt wurden, es nichts mit Glück zu tun hatte, dass wir bei Händler 2 noch diesen einen Wagen so bekommen konnten, wie wir uns das vorgestellt haben, dann war das zumindestens eine Vision, ein Gefühl, dass uns von einem echten Verkäufer vermittelt wurde und am Ende des Tages haben wir in wenigen Wochen unseren Wunschwagen zur Verfügung und kaum Wertverlust bei der Inzahlungname des Altfahrzeugs.

Alles in unserem Sinne.

Und darum geht es doch wohl, oder? Und zwar ausschließlich.

Der Kunde ist König. Immer. Wer das (immer noch) nicht verstanden hat, sollte den Beruf wechseln!

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Eine Antwort zu “Das ist halt so oder Wie ich keine Kunden gewinne”

  1. Der Klassiker beim Autokauf! - MythosBayern - irgendwas ist ja immer. sagt:

    [...] Das ist halt so oder Wie ich keine Kunden gewinne Jun [...]

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