Die Geschichte, dass wir bald ein neues Auto vor der Tür stehen haben, hatte ich ja schon zum Besten gegeben.
An diesem Tag ist aber noch wesentlich mehr passiert…
Zunächst einmal telefonierte ich mir, ob des erneut unzureichenden Angebots von Skoda-Händler 1, morgens die Finger wund. Internet-Rabatt-Portale und weitere Skoda-Autohäuser waren das Ziel meiner Gespräche. Klar.
Ein Angebot war mehr als interessant und die Umstände erforderten es, dass ich direkt nach dem Gespräch mal den Wagen auf Hochglanz bringen musste/wollte.
Gesagt, getan. Danach – und da zeigt sich dann konstante Pflege – erweckte unser Vehikel den Eindruck eines Fast-Neuwagens.
So.
Termin im Autohaus. Zwecks Wertschätzung und Kaufgespräch.
Was jetzt kommt, dürfte klar sein:
Auf dem Weg ins Autohaus hatten wir – zum ersten Mal in den vollen 6 Jahren und über 83.000 Kilometer im In- und Ausland – einen Unfall.
Schockschwerenot.
An der Einmündung zur Kennedybrücke ist halt Baustelle. Nicht nur da, aber an diesem Tag auch nur einspurig und direkt auf die Straßenbahnschienen leitend.
Der Verkehrsteilnehmer vor uns war wohl etwas unsicher und so fuhr er a) zu weit nach vorne um dann b) die Straßenbahn kommen zu sehen (die sofort bremste und klingelte), c) Panik zu schieben, d) den Rückwärtsgang einzulegen und d) ohne auf uns zu achten ebenso frontal wie rückwärts in unseren frisch gewaschenen Wagen zu rauschen.
Zur Abwechslung wurde meine Frau zur Furie. Warum? Siehe oben.
Nun. Eigentlich ein klassischer Auffahrunfall. Aber ersten waren wir 2:1 Zeugen, zweitens gab es direkt einen weiteren Augenzeugen, der seine Adresse hinterließ und drittens war er wohl durch den Auftritt meiner Frau zu allem bereit und gab sofort und regelmäßig seine Schuld zu.
Wir warteten auf die Polizei und konnten doch ein mittleres Verkehrchaos auf der Zufahrt zur einzigen Bonner Innenstadtbrücke über den Rhein verhindern.
Unsere Freunde und Helfer reagierten ebenfalls recht entspannt, nahmen alle Daten auf, fertigten den üblichen Bogen an und schickten uns unserer Wege.
Im Autohaus angekommen ging alles soweit wie geplant voran.
Interessant wurde es erst wieder zu Hause.
In der Zwischenzeit hatte nämlich schon die gegnerische Versicherung bei uns angerufen (ca. 2h nach dem Unfall)!
Man wünsche “eine zeitnahe Reparatur” und solle doch kurz zurückrufen. Im Rahmen des Rückruf teilte man uns mit, dass “es eigentlich keinen Kostenvoranschlages brauche und man doch direkt bei einem der beiden Vertragspartner anrufen und einen Termin zur Reparatur machen solle. Das Fax mit der entsprechenden Beauftragung sei parallel unterwegs”.
Respekt. Mit sowas hatte ich trotz aller Schuldeingeständnisse der Verursachers nicht gerechnet.
Tja.
Da hatten wir aber unsere Rechnung ohne die Firma Opel gemacht!
Komisch, dass ich immer wieder an diesen Punkt komme…
Unser Anruf bei “MAG an der Reuterbrücke” brachte nämlich die Erkenntnis, dass das alles mitnichten einfach ablaufen sollte. Man “solle den Wagen auf jeden Fall für einen Kostenvoranschlag vorbeibringen. Auch wenn die Versicherung etwas anderes sage. Man mache das immer so.”
Achso.
Also fassen wir mal zusammen:
Die Versicherung, die die Reparatur bezahlen soll und will, entscheidet, wie die Abwicklung auszusehen hat, der ausgewählte Dienstleister lehnt dies aber ab?
Hallo, Opel? Geht’s noch?
Unser erneuter Rückruf (schon einer zuviel für meinen Geschmack) bei der Versicherung mündete in einen direkten Rückruf der Versicherung bei Opel MAG. Infolgedessen teilte uns die Versicherung mit, dass “sie den Auftrag an Opel MAG storniert habe und sie uns nun die zweite Vertragswerkstatt in Bonn vermitteln würde”.
Gesagt, getan.
Mit dieser Werkstatt lief alles glatt. Sogar ein Hol- und Bringedienst war durch die Versicherung vermittelt worden, d.h. der Wagen wurde abgeholt und wird uns nach erfolgter Reparatur einwandfrei (und zuvor erneut komplett gereinigt) wieder vor die Tür gestellt.
Das nenn’ ich Service!
Was soll ich sagen:
Vielleicht täte eine Insolvenz der Adam Opel AG doch ganz gut. Mir würden da spontan ein, zwei Autohäuser einfallen, die man komplett streichen könnte.
Tags: Autohaus, Bonn, Dienstleistung, geht gar nicht, Service, Unfall, Versicherung, Werkstatt765 mal gelesen
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